BR 97.5 Die größte Deutsche Zahnraddampflokomotive(Württ. Hz) in SPUR1

Vorbild

Diese größten deutschen Zahnraddampflokomotiven waren die letzte Neukonstruktion der Königlich Württembergischen Staatsbahn. Ihre Herstellung verzögerte sich zunächst durch den 1.Weltkrieg. Sie konnten jedoch dann durch die neu entstandene DEUTSCHE REICHSBAHN 1921 bestellt werden und die ersten beiden vom Baujahr 1922 wurden nach einigen inflationsbedingten Verzögerungen im Mai 1923 in Betrieb genommen. 1925 folgten noch 97 503 und 504. Damit waren ausreichend Maschinen für den Betrieb auf der Zahnradbahn Honau – Lichtenstein vorhanden, um die Vorgänger-Loks der württembergischen Klasse Fz abzulösen. Die Lokomotiven waren in der damals noch eigenständigen Betriebswerkstätte Reutlingen beheimatet.

 

Zum Kriegsende im März 1945 wurde das Bw Reutlingen durch Luftangriffe völlig zerstört. Die Lokomotiven sind daraufhin ins Bw Tübingen umbeheimatet worden, jedoch weiterhin vom in kleinerem Rahmen aus den Trümmern wiederaufgebauten Lokbahnhof Reutlingen gewartet und eingesetzt. Da für die Lokomotiven in der Nachkriegszeit noch länger Bedarf bestand, wurde 1953-54 zunächst die 97 502 in der Maschinenfabrik Esslingen nach vom Bundesbahnzentralamt (BZA) Minden erstellten Plänen aufwändig modernisiert. Es folgte 97 504 dann 1957, aber aus Kostengründen bereits in etwas abgespeckter Form. Für 97 501 waren nur noch der vergrößerte Kohlenkasten, der modernisierte Wechselschieber und ein paar neuere Einheitsspeiseventile möglich.

 

Durch eine geänderte Betriebsweise auf der Zahnradbahn mit durchgehend am Zug bleibenden Streckenloks, die bergwärts mitarbeiten mussten, verringerte sich der Bedarf an Zahnradlokomotiven und so wurde die 1957 zur HU anstehende 97 503 als erste ausgemustert. Die anderen drei blieben noch 5 Jahre bis zum Beginn des Sommerfahrplans 1962 im Einsatz. Dann wurden die Dampfloks durch Zahnradschienbusse der Baureihe VT97 ersetzt. Am 26.Mai war dann der letzte planmäßige Einsatztag einer 97.5. Im August wurden dann 97 501 und 504 als letzte ausgemustert.

Wegen den nach unten in das Lichtraumprofil ragenden Zahnrädern konnten die Zahnradlokomotiven nur auf bestimmten, vorher auf Freigängigkeit geprüften Strecken fahren (Reutlingen – Lichtenstein – Münsingen – Ulm, Tübingen - Reutlingen – Esslingen). In Reutlingen selbst setzte man die Zahnradloks auch fallweise im Rangierdienst ein. Hier waren auch Neben- und Industriegleise zahnradlokgerecht hergerichtet.

 

Üblicher Betriebsablauf auf der Zahnradstrecke

Wenn ein Zug aus Richtung Reutlingen in Honau eintraf, setzte sich die Zahnradlok dahinter und schob den Zug zur 179m höher gelegenen Station Lichtenstein. Dort setzte die Lok dann um und zog den Zug weiter Richtung Münsingen. War der Zug schwerer als 125t, musste er in Honau geteilt und entweder mit einer zweiten Zahnradlok im Sichtabstand zum ersten Zug nach oben befördert werden oder aber vorerst in Honau in dafür vorgesehenes Abstellgleis geschoben werden. Die dabei vorgesehene besondere Signalisierung durch die Loklaternen wurde im vorhandenen Abstellgleis gestellt und in einer zweiten Tour von der Zahnradlok mitgenommen.

Auch bei der Talfahrt musste stets eine Zahnradlok talseitig am Zug sein. Hierbei durften jedoch bei Zügen mit durchgehender (Hik oder KE-) Bremse 250t unter mithilfe der Gegendruckbremsen der Zahnradlok zu Tal gebracht werden.

Das Original dampft mächtig !

Das Original BR 97.501 wurde dank der jahrzehntelangen Arbeit der Betreuergruppe soweit repariert, dass sie bereits bei verschiedenen Anlässen in Betrieb genommen wurde. Bei YouTube kann man die Fahrten miterleben.

Hier einige Links :

 
 
 
 

Nähere Informationen zu weiteren Sonderfahrten wird es bei der Betreuergruppe "Freunde der Zahnradbahn Honau - Lichtenstein e.V." www.zhl.de geben.

BR97.5 Bestellformular
Bestellschein_97.5.pdf
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